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07 | 09 | 2010
Abu Dhabi Adventure Challenge PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Benjamin Rossmann   
Freitag, 11. Dezember 2009 um 18:04 Uhr

Meine erste Abu Dhabi Adventure Challenge

Anreise und WK-Vorbereitung

Zu einer humanen Zeit von 8:45 Uhr mache ich mich mit meinem kleinen Rucksack am 2. Dez. auf den zum Flughafen Frankfurt von wo ich mit meinem Coach Marc über Doha (Katar) nach Abu Dhabi zur Adventure Challenge fliege.

Der Flieger ist zum Glück ziemlich leer, wodurch ich mir noch eine Mütze Schlaf ausgestreckt auf einer 4-er Reihe genehmigen kann. In Doha lerne ich meine Teamkollegin Andrea Huser kennen, eine sehr sympathische Schweizerin.

Ungefähr um 24 Uhr erreichen wir das 4* Hotel in dem wir die zwei Nächte vor dem Wettkampf verbringen werden. Alles in allem eine unproblematische Reise, bei der die Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel mit Sicherheit das gefährlichste war. Wir sind mit gefühlten 300 km/h zum Hotel geflogen. :)

Das Hotel ist völlig überbesetzt mit sehr nettem, aber leider nicht wirklich qualifiziertem Personal. Insgesamt fünf Leute organisieren den Transport unseres Gepäcks ins Zimmer, wofür wir die Hälfte der Zeit benötigt hätten.

Nach fürstlichem Frühstück im 4*Hotel findet die obligatorische WK-Besprechung statt, deren Highlights eine Frage und das Feedback auf eine andere Frage waren. Ein Teilnehmer wollte tatsächlich wissen, ob es in der Wüste Schatten gibt!!! Und auf die Frage des Organisators, ob Teilnehmer dabei wären, die für die 1000 Meter Schwimmstrecke im Meer Schwimmwesten bräuchten, haben sich unglaublicher Weise wirklich ein paar wenige gemeldet!

Danach checkt der französischen Veranstalter das für den Wettkampf verpflichtende Material, was bestimmten Anforderungen, wie z.B. Mindestgewicht erfüllen muss. Dabei drücken die Prüfer bei ihren Landsmännern bzw. Frauen unzweifelhaft das ein oder andere Auge zu. Sauerei!!!

Anschließend nutzen wir noch die knappe Zeit, die vom Veranstalter gestellten Seekajaks und die MTBs zu testen, bzw. uns die richtige Größe zu suchen. Da kann man sich noch nicht so wirklich vorstellen in den darauffolgenden zwei Tagen über 10 Stunden in diesem Ding zu sitzen.

Der Rest des Tages besteht, abgesehen vom ausgiebigen und sehr leckeren Abendessen, nur noch aus WK-Vorbereitung. Conny, unser kurzfristig eingesprungener „Ersatzmann“ hat alle Hände voll zutun eine geeignete Lösung für sein „Gamaschen-Problem“ zu finden. Die hat er nämlich nicht mehr rechtzeitig bekommen und sind aber bei einem Lauf von ca. 120 km durch die Sandwüste absolut unverzichtbar. So muss er Improvisieren, was bei diesem Problem gar nicht einfach ist. Am Ende kann er ein zweites Paar von Andrea Steinbecher (geb. Brede) leihen, welche dann durch einen ortsansässigen Schuster an den Schuhen befestigt werden.

Ich selber war unterdessen noch damit beschäftigt die Logos der Sponsoren, die uns die ganze Sache erst möglich gemacht hatten auf die WK-Kleidung zu bügeln. :)

Zum organisieren und planen eines solchen Adventure Race will ich nur sagen, dass durch die verschiedenen Disziplinen, die verschiedenen Austragungsorte, das zusätzliche Equipment für Übernachtungen und Verpflegung usw., der Aufwand ein Vielfaches dessen eines Ironman-Wettkampfs ist. Das ist ja nicht so mein Ding, aber mit der Unterstützung meines Adventure-Race-erfahrenen Coach Marc habe ich es gut hingekriegt.


Unser Team von links: Marc, Benni, Andrea und Conny

Soweit die Anreise und die Vorbereitung zu diesem Hammer-Event. Zum Wettkampf selber erfahrt ihr hier in Kürze mehr…

Bis dahin…

Benni

 

Prolog und die zwei Kajak-Etappen

Das frühe Aufstehen ist man als Ironman gewöhnt, doch war ich hauptsächlich wegen des vielen benötigten Equipments etwas besorgt vielleicht doch irgendwas vergessen zu haben. Das Frühstück im Luxushotel war um ein weiteres Mal göttlich und das nutzte ich gnadenlos aus, da wir bis zum Abend des darauf folgenden Tages nur Riegel, Gels und die eigens zubereitete Trekking-Mahlzeiten zwischen die Kauleisten bekommen sollten.

Danach ging es mit dem Bus zum Start des Prologs an die Strandpromenade von Abu Dhabi City. Der Prolog bestand aus einem Quadrathlon, der MTB-fahren, Laufen, Schwimmen und Kajak fahren beinhaltete. Dort angekommen mussten wir zum einen unsere geliehenen MTBs für uns präparieren, wie z.B. Sattel einstellen, Pedale wechseln, Abschlepp-Hundeleine anbringen, usw., sowie alles Equipment in unseren Booten verstauen, da wir, wie schon gesagt, für unsere Verpflegung und unsere „Unterkunft“ auf dem Eiland zu dem wir paddeln sollten, selber verantwortlich waren. Zu diesem Equipment gehörten auch Dinge, die wir während des Wettkampfs immer in einem Rucksack mit uns führen mussten, wie Kompass, Messer, Pfeife, Wasserfeste Streichhölzer, usw., aber auch einem Satellitentelefon und einem GPS-Ortungsgerät, welche in zwei wasserdichten Boxen waren, die je ein Kilogramm wogen. Was wir selbstverständlich auch dabei hatten war ein GPS-Gerät von GARMIN, was wir am Vortag noch mit den vom Veranstalter angegebenen Koordinaten der Checkpoint gefüttert hatten, die wir im Rennen ansteuern mussten. Das ist nämlich auch ein wichtiges Merkmal eines Adventure Race, es gibt keine Strecken Markierungen, denn man ist für die Orientierung und das Auffinden der einzelnen Checkpoints selber verantwortlich.

Als wir damit fertig waren ging das große Abenteuer um 8:00 Uhr Ortszeit auch schon los.


Quelle: Sascha Jurek, FUNSPORTING.de

 


 

Wir starteten mit einem 12 km MTB-Sprint entlang der Küste Abu Dhabis bis hin zum berühmten Emirates Hotel. Der anschließende Lauf führte durch um die weitläufige Hotelanlage bis auf eine vorgelagerte Landzunge, von der wir uns in die Fluten des Persischen Golfs stürzten, um 900 Meter zurück zum Ausgangspunkt zu schwimmen. Von dort ging es per Seekajak zu der vorgelagerten künstlichen Insel "Lulu Island". Besonders dieser Part war für uns „Neulinge“ mit Spannung erwartet worden, da wir genau hier (bereits im Wettkampf) das erste mal in diesem Boot saßen.Und es lief erstaunlich gut, was uns hoffnungsvoll für die anschließenden 80 km Kajak fahren machte! :)


Quelle: Sascha Jurek, FUNSPORTING.de


 


Quelle: Sascha Jurek, FUNSPORTING.de


 

Auf der sandigen „Lulu Island“ bekamen wir einen Vorgeschmack auf die Sandwüste, als wir zu den Checkpoints auf zwei hohe Sanddünen laufen mussten.


Quelle: Monica Dalmasso - abudhabi-adventure.com


 

Den Rückweg zum Ziel bestritten wir dann wieder im Kajak.

Damit lag die erste Etappe hinter uns und mit einem siebten Platz konnten wir hier schon ganz zufrieden sein. Das war aber gerade mal zum warm machen, denn die richtigen Hammer-Distanzen kamen ja noch.

Keine zwei Stunden später saßen wir dann wieder im Boot und stachen diesmal richtig in hohe See. Ziel war Abu Dhabi Island, etwas mehr als eine Sandbank auf der wir unser Zelt aufschlagen und die Nacht verbringen durften. Im Start gewusel verloren Andrea und ich (wir saßen in einem der beiden zweier Kajaks) unsere Mannschaftskollegen erstmal und fanden sie bis zum ersten Checkpoint nicht mehr. Dies brachte uns unsere erste Penalty von 20 Minuten ein, was wir allerdings erst nach der Etappe erfuhren.


Quelle: Sascha Jurek, FUNSPORTING.de


 

Bei der Landung an der Küste, wo der Checkpoint war erfasste uns eine Welle und wir machten Bekanntschaft mit dem erfrischenden Nass. War ein ganz schöner Kraftakt das voll gelaufene Boot an Land zu schaffen und wieder zu leeren. Als wir Marc und Conny wieder gefunden hatten ging es zusammen weiter. Bei mir machte das paddeln noch richtig Spaß, Conny hatte dagegen richtig zu kämpfen. Er hatte von uns allen am wenigstens Zeit gehabt sich speziell darauf vorzubereiten.

Teilweise hatten wir ganz schönen Wellengang, welcher einem anderen Team in Sichtweite zum Verhängnis wurde als es auf hoher See durch eine Welle kenterte. Da dachte ich noch, was ein Glück, dass uns das bei der Landung passiert ist. :)

Auf der „Sandbank“ angekommen, haben wir dann direkt unser Zelt aufgebaut und uns was zu essen gemacht.

Die Nacht war recht angenehm, allerdings wieder nicht sehr lang, denn der Start der nächsten 50 km Paddel-Etappe war wieder um 6:30 Uhr und davor musste ja noch Zelt abgebaut werden und die Boote wieder flott gemacht werden.

Der 50 km Rückweg zum Ausgangspunkt war relativ unspektakulär, zog sich aber wie Kaugummi. Ich hatte nach kurzer Fahrt mein Hightech Paddel für 440 Euro mit dem Schrottpaddel von Conny getauscht, damit er es ein wenig leichter hatte, was wiederum für mich die Hölle war, da ich jetzt noch härter arbeiten musste. Am Ende war ich so im Eimer und froh wieder aus dem Mistding raus zu kommen. Danach hatte ich meine ersten 1 -2 Stunden, in denen ich verflucht habe dabei zu sein. Zum Glück hielt das nur so lange an bis die gröbsten Beschwerden vergessen waren.

Nach einem 3 Stunden Bustransfer waren wir dann im Camp 1 mitten in der Liwa Wüste, die auch Rub al-Khali - das leere Viertel genannt wird. Und das zu Recht. Es gibt ja kaum was außer Sand! ;-)

 

 

Die Wüste Rub Al Khali - das leere Viertel.


Da stand sie uns nun bevor, die Etappe, die einem am meisten Respekt einflößt. 120 km zu Fuß durch den Sand und über unzählige, teils hundert Meter hohe Dünen. Konis Problem mit seinen Gamaschen war zum Glück gelöst und wir waren guter Dinge. Was mir am meisten Kopfzerbrechen bereitete war die Frage wie viel Riegel und Gels sollte ich mitnehmen? Die Devise war kein Gramm zu viel, da wir ja alles auf dem eigenen Buckel tragen mussten. Aber natürlich auch nicht zu wenig, denn 120 km durch die Wüste können sich ganz schön ziehen! :)

Was ich bisher nicht erwähnt hatte, dass zu einem Adventure Race die weitere Disziplin des „sich selbstständig orientieren“ dazu gehört. Ich höre das Lachen einiger Leser jetzt gerade förmlich, da ich mich ja hin und wieder selbst auf den ausgeschilderten Strecken eines Triathlon verlaufe. Aber diesen Knallfröschen sei gesagt, dass ich es war, der die fehlenden Koordinaten der CPs (CPs), die vom Veranstalter nicht angegeben waren berechnet habe und sie bis auf vertretbare Messungenauigkeiten wegen ungeeigneten Messmitteln auch gestimmt haben und wir sie gefunden haben! :-P
Diese extra Hausaufgabe hat mir natürlich auch wieder ein wenig Schlaf gekostet. :)

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Wüstenzelt und mit einem schweren Rucksack auf dem Rücken ging es um 7 Uhr im Sonnenaufgang auf die ungewisse Reise durch die größte zusammenhängende Sandwüste der Welt - ein Gebiet so groß wie Frankreich, Holland und Belgien zusammen . Zur Unterstützung unserer Frau im Team hatte ich ein Gummiseil am Rucksack gefestigt und zog sie damit hinter mir her. Sie folgte mir quasi auf Schritt und Tritt. ;-)


Quelle: Monica Dalmasso - abudhabi-adventure.com


 

Die ersten Kilometer liefen wir ein flottes Tempo und kamen gut voran. Die Motivation war zu diesem Zeitpunkt natürlich noch groß. Am dritten CP machten wir in der Hektik um an den Top-Teams dran zu bleiben, dann den Fehler nicht das gesamte Wasser (pro Nase vier Liter Wasser an jedem zweitem CP) mitzunehmen. Das sollte sich rächen, da diese vier Liter für die langen Teilstrecken schon ziemlich knapp bemessen waren.



Quelle: Sascha Jurek, FUNSPORTING.de


Von so etwas wie Kopf und Körper mit Wasser (von außen) Kühlen kann man sich bei diesem Wettkampf getrost verabschieden! Jeder Tropfen geht durch die Kehle! :)


Quelle: Sascha Jurek, FUNSPORTING.de


 

Unsere erste größere Pause machten wir an CP 4 nach ca. 7 ½ Stunden und ungefähr 54 km. Acht Stunden Pause waren Pflicht und hier pausierten wir ca. 2 ½ Stunden.

Und es gibt doch Schatten in der Wüste. Leider nur für die relativ kurze Pause! :)


Quelle: Monica Dalmasso - abudhabi-adventure.com


 

Zum nächsten CP machten wir uns dann alleine auf den Weg, da die anderen Teams taktische Spielchen spielten. Wir waren uns aber sicher, dass wir sie wiedersehen würden. Und so war es dann kurz nach dem nächsten CP schlossen sie auf und wir kamen gemeinsam zu CP5. Es war 19Uhr und es stellte sich die Frage ob weitergehen oder die restlichen 5 ½ Stunden Pause nehmen. Wir entschieden uns, wie die anderen Teams zur Rast und eventuell ein paar Stunden Schlaf. Doch leider wurde daraus irgendwie nichts. Wir spartanischen Sparfüchse hatte natürlich nur ein geschlossenes zwei Mann/Frau Zelt dabei. Wodurch einer bzw. eine schon mal draußen schlafen musste. Die Herren der Schöpfung zwängten sich unterdessen in das zwei Mann Zelt, kamen aber nicht zum Schlafen (zumindest ich), da der Wind am Zelt rüttelte und Marc durchweg mit seiner Erste-Hilfe-Notdecke (dieses goldene Ding im Erste-Hilfe-Kasten) rumknisterte. So waren die fünf Stunden Pause annährend für die Füße gewesen. Aber mit Schlafmangel kannte ich mich mittlerweile aus! ;-)

Mitten in der Nacht 00:30 Uhr ging es dann weiter und wir waren froh vor diesem Abschnitt gemacht zu haben, da sich dieser zog wie Kaugummi und dazu mit seinen unzähligen Dünen noch sehr beschwerlich war. Ich denke 2,5 Stunden für 9 km sagen alles! :)

Genau dieses unglaubliche variierende Tempo machte es mir auch so schwierig einzuschätzen, wie lange es noch dauern würde und wie sehr ich mit meinen Vorräten haushalten musste. Dadurch habe ich einfach zu wenig Energie zu mir genommen und hatte zum Schluss ziemlich zu kämpfen.


Quelle: Monica Dalmasso - abudhabi-adventure.com


 

 


Quelle: Monica Dalmasso - abudhabi-adventure.com


 


Umso überwältigender ist der Moment, wenn man über die letzte Düne kommt und das Ziel endlich vor Augen hat. Genauso unglaublich ist es was dann noch für Reserven mobilisiert werden können. Denn die letzte Düne runter und über die 500 Meter Ebene gab es natürlich noch einen „Zielsprint“ um den Etappensieg. Einfach nur verrückt!!! :)

Hinter der Ziellinie war ich so überwältigt und glücklich im Ziel zu sein, dass mir die Tränen in die Augen schossen. Hier war ich aber auch ein zweites Mal in der Situation und stellte mir die Frage warum mache ich das? Denn auch hier war erstmal wieder Gepäck holen, Zelt aufbauen und nächste Etappe vorbereiten angesagt. Und richtiges warmes Essen sollte es erst wieder um 19 Uhr geben. Wir hatten gerade 9:30 Uhr als wir ins Ziel kamen! :) Aber ich habe auch das überlebt und werde ziemlich sicher auch bei der nächsten Abu Dhabi Adventure Challenge dabei sein. Man ist halt einfach verrückt!



Etappensieg und Finish in Al Ain


Die vorletzte Etappe bestand aus 90 km Mountainbike fahren, was sich nicht viel anhört, unter den hiessigen Bedingungen allerdings ziemlich Kräfte zehrend waren.

Die ersten ca.35 km führten uns vom Camp 2 über relativ gute asphaltierte Straße zum abgefahrenen und in meinen Augen völlig überflüssigen 5* Luxushotel Qasr al-Sarab mitten im Nirgendwo der Wüste. Es war Windschatten fahren erlaubt und weil wir durch einen platten Reifen von Marc fünf Minuten vor dem Start in einer sehr ungünstigen Startposition waren, kämpften wir die gesamte Strecke damit an die Führungsgruppe heran zu kommen. Das war äußerst frustrierend und kostet enorm Kraft, da unserem Team immer wenige Meter vor der Gruppe das letzte Quentchen fehlte um ganz hinein zu fahren. Bei einem Versuch war es meine Unaufmerksamkeit die uns zurück warf.Ich touchierte das Hinterrad meines Vordermanns,kam in Schlingern und beim Aufsetzen meines Fußes fuhr mir wohl jemand drüber,wodurch ich den Schuh verlor. Das Einsammeln kostete natürlich viel Zeit und dieAufholjagd ging von neuem los. Bis zum Zwischenziel am Wüstenhotel hatten wir sie nicht mehr eingeholt und so durch den starken Wind auf der Strecke viel Kraft verschenkt.


Quelle: Monica Dalmasso - abudhabi-adventure.com


Am Hotel haben uns die Angestellten einen herzlichen Empfang mit unzähligen Leckereien bereitet. Da waren die Strapazen und Frustrationen des ersten Abschnitts schnell vergessen. :) Die Stärkung war aber auch angesichts des zweiten Abschnitts unbedingt notwendig, denn diese sollte weitaus anspruchsvoller als die erste sein.

Um 10:30 Uhr war der zweite Start, was unweigerlich dazu führte, dass wir in der prallen Mittagshitze unterwegs waren. Doch im Gegensatz zu Hawaii hatte ich bei dieser Etappe und auch schon im gesamten Wettkampf zum optimalen Sonnenschutz mein Long Sleeve von Skins an. Besonders beim Wüstenlauf hatte mir das Long Sleeve ICE und die Half Tight ICE einen zusätzlichen Kühleffekt beschert. :)

Wenige Hundert Meter nach dem Start sah ich wie Andrea Steinbecher (geb. Brede) in der großen Gruppe neben Faris Al Sultan ins schlingern geriet und daraufhin stürzte. Im Augenwinkel bekam ich noch mit, wie sie sich auf dem Boden liegend die Hände über dem zusammen schlug. Das tat mir so leid für sie, da sie nach dem ersten Abschnitt schon den Tränen nah gewesen war. Wir hatten die unsichere Startphase heil überstanden und befanden uns nach kurzer Aufholjagd in der Führungsgruppe. Hier wollte keiner so richtig Tempo machen, so dass wir die meiste Führungsarbeit machten. Nach dem es von der relativ gut befestigten Straße in das Militärgebiet ging versuchte sich das gesamtführende Neuseeländische Team abzusetzten. Doch wir ließen uns nicht abschütteln, sondern übernahmen nach kurzer Zeit selber die Führung und bauten ihn Stück für Stück durch unseren gekonnten Fahrstil durch die Sandverwehungen immer weiter aus.

 


Quelle: Sascha Jurek, FUNSPORTING.de

Tortur durch den Treibsand. Nicht selten war das fahren nicht mehr möglich und kraftraubendes Schieben war angesagt.


Quelle: Sascha Jurek, FUNSPORTING.de



Der immer stärker werdende Gegenwind, der in der Wüste meist viel Sand mit sich trägt machte uns erheblich zu schaffen und trocknete die Kehle nach jedem Schluck sofort wieder aus.

So war der letzte Tropfen schon bald getrunken und wir wussten nicht so recht wie weit es noch sein sollte.Ich kann euch sagen, das war kein schönes Gefühl und eine echt beschissene Situation. Umso glücklicher waren wir als wir das Ziel endlich vor Augen hatten, zumal wir die Führungsposition durch eine unglaubliche Teamarbeit bis zum Schluß verteidigen konnten. Was ein Triumph! Die Freude über diesen Erfolg war gigantisch! :)


Quelle: Monica Dalmasso - abudhabi-adventure.com

Diese Glückshormone haben wohl auch dazu begetragen, dass ich nach dieser Etappe nicht so kaputt gefühlt habe. ;-)

Nach einer endlos erscheinenden Busfahrt sollten wir eigentlich im Camp 3 ankommen, was aber durch den Sandsturm weggeblasen worden war. :) So musste der Veranstalter kurzfristig umdisponieren und wir auf die sanitären Anlagen verzichten. Mit der Aussicht uns am darauffolgenden Tag im 4* Hotel erfrischen und reinigen zu dürfen war das gerade noch vertretbar. :) Zumal für das reichhaltige Buffet, also kulinarisch für uns gesorgt war und uns das in diesem Moment wichtiger war. :)

Selbstverständlich durften, wir nachdem wir uns den Wanst voll gehauen hatten, wieder Koordinaten berechnen, was mich, auf Grund der späten Ankunft von der MTB-Etappe um den wohlverdienten Schlaf brachte. Um kurz nach Zwölf fiel ich endlich ins Bett, ähh auf die Iso-Matte und wurde allerdings um 3:00 Uhr wieder aus dem Tiefschlaf gerissen, da der Start der abschließenden Etappe bereits um 5:00 Uhr erfolgen sollte.

Der Start war somit im Dunkeln, um die Sache noch interessanter und kniffliger zu machen. :) Wir liefen mit Stirnlampen ausgerüstet, ca. 13 km kreuz und quer über eine Geröllwüste, die uns von der Konzentration alles abverlangte, um auf dem unebenen Untergrund nicht umzuknicken oder zu stürzen. Marc und Konrad erwischte es leider trotzdem und Marc hatte doppeltes Pech, als er noch in einen Stacheldraht lief, den ein Kontrahent zu früh wieder hoch schnellen lies.

Nach einer kurzen Pause vor dem Jebel Hafeet einem 1240 Meter hohem Felsmassiv südlich von Al Ain, an der Grenze zum Oman gelegen, startete die Kletteretappe, die uns über einen Klettersteig auf den Gipfel führte. Dieser war nicht hoch anspruchsvoll, aber durch seine länge kraftraubend und durch das brüchig und äußerst scharfkantig Gestein blieben blutende Knie und Schürfwunden nicht aus. Der Schlafmangel und der allgemeinen körperlichen Erschöpfung machten den Aufstieg auch nicht leichter. :) Oben angekommen, mussten wir auf dem langgestreckten Bergmassiv noch eine erhebliche Strecke horizontal, bzw. leicht bergab laufen, was auf dem losen Geröll wieder extrem tückisch und anspruchsvoll war.


Quelle: Sascha Jurek, FUNSPORTING.de


Quelle: Sascha Jurek, FUNSPORTING.de

Glücklich und unbeschadet erreichten wir dann die große Aussichtsplattform, wo uns die schöne Panoramaaussicht allerdings durch den aufgezogenen Nebel verwehrt blieb. Sehr schade! :(

Der Rest dieser Tages- und Abschlussetappe war dann ein wenig Schaulaufen durch Al Ain. Mit dem MTB fuhren wir die dreispurige "Autobahn" den Jebel Hafeet gebremst durch ein Führungsfahrzeug wieder runter und insgesamt ca. 37 km bis zur Al Ain Oasis. Dort wechselten wir ein letztes mal in die Laufschuhe, um ca. 3 km durch die Stadt bis zum Ziel am Jahili Fort zu Fuß zurück zu legen.


Quelle: Sascha Jurek, FUNSPORTING.de

Dann war es endlich geschafft und wir konnten uns als Gesamt siebtplatziertes Team feiern lassen. Trotz dieser extremen Strapazen und der gelegentlichen Tiefpunkten im Wettkampf stand für mich eine Teilnahme für 2010 hier bereits fest. :)

Bei der Siegerehrung in Abu Dhabi am selben Tag, bekamen wir unsere Medaille aus echtem Silber persönlich aus der Hand eines adligen des Königshauses überreicht (den Namen muss ich nachreichen). :)

Am gigantischen und reichhaltigen Buffet konnten wir unsere leeren Energiespeicher mit unzähligen Köstlichkeiten wieder auffüllen. :)

Leider ging es am nächsten Tag schon wieder zurück ins eiskalte Deutschland! :( Aber von den schönen Erinnerungen werden wir noch sehr lange zehren! :)

Nach heil überstandenem Abenteuerwettkampf möchte ich mich besonders bei meinen Sponsoren für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung bedanken, ohne die ich dieses Rennen nicht hätte bestreiten können!

Außerdem danke ich Marc meinem Trainer für sein Vertrauen und die Nominierung in sein Team und natürlich auch Andrea und Konrad für diese wahnsinns Mannschaftsleistung!

Ich wünsche euch allen ein gesegnetes und erholsames Weihnachtsfest, einen guten Rutsch und alles Gute und vor allem Gesundheit für 2010!!!

Bis bald

Benni



Zuletzt aktualisiert am Freitag, 18. Dezember 2009 um 18:32 Uhr
 
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