| Transalp 2009 |
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| Geschrieben von: Benjamin Rossmann |
| Mittwoch, 05. August 2009 um 05:33 Uhr |
Transalp 2009
Als mir meine Schwester Susanne erzählte sie würden dieses Jahr wieder eine MTB-Transalp machen, war für mich klar, dass ich dieses Jahr endlich dabei sein musste, nach dem es die letzten vier Jahre nicht geklappt hatte. Der Zeitpunkt war zwei Wochen nach meiner Langdistanz Challenge in Roth zwar nicht optimal für eine Tour mit ca. 400 km und 11.500 Höhenmetern in fünf Etappen, aber die Chance lies ich mir nicht entgehen. Die Tour startete in Chur der ältesten Stadt der Schweiz auf ca. 600 m ü. M. Die erste Nacht war schon nicht so optimal auf den ziemlich durchgelegenen bzw. durchgearbeiteten Betten, des vermutlichen früheren Etablissement, Hotel Schweizer Haus. :-) Doch wir waren top motiviert und voller Tatendrang als es am Morgen nach einem eher mageren Frühstück losging.
Start in Chur: v.L. Piehli, Frank, Susanne, Micha, Benni
Auf der ersten kleineren Abfahrt machte ich die erste Erfahrung mit der heimischen Tierwelt, als mir eine Biene in den Helmgurt flog und mir einen ordentlichen Stich in die Schläfe verpasste! Das brennt! Frank, der zukünftige Mann meiner Schwester, zog mir noch den Stachel, was aber eine fette Schwellung nicht verhinderte. Meine Schwester, die zum ersten mal mit „Klickis“ unterwegs war, testet gleich mal die Schwerkraft und schmiss sich an einem steilen Anstieg vor einen LKW. :-) Zum Glück ist nichts passiert und die Erheiterung überwog. Die erste Etappe hatte es schon mächtig in sich. Anstiege mit bis zu 25 %-Steigung säumten unseren Weg, aber die Landschaft war traumhaft. Die zweite Nacht schlief ich durch leichte Halsschmerzen leider noch etwas schlechter. Trotz Temperaturen von über 20 °C trug ich deshalb vorsichtshalber Halstuch. Die zweite Etappe startete gleich mal mit einem knackigen Anstieg von 1770 m ü. M. auf 2320 m ü. M. Doch die Aussicht entschädigte für die Anstrengungen!!! :-)
Septimerpass (2320 m ü. M.)
Danach kam eine anspruchsvolle Abfahrt mit einigen Tragepassagen, die uns einiges abverlangte. Doch bei dieser Kulisse und diesem Wetter macht selbst das Spaß! :-)
Mittagspause machten wir diesmal in Moritz-Bad an der Olympiaschanze der Spiele von 1928. Frisch gestärkt fuhren wir danach einige kräfteraubende Single-Trails mit Blick auf den Piz Bernina.
Das letzte Stück zum bekannten Ski- und Shopping Städtchen Livigno in Italien ging zum Glück nur bergab und wir sind alle froh, als wir das schöne Hotel erreicht hatten. Durch die Zollfreiheit in Livigno hat diese Stadt wohl eine der längsten Einkaufsstraßen von Italien. Ich kaufte mir trotz des schon sehr schwerem Rucksack ein Duftwässerchen von Hugo Boss. :-)
Das Frühstück in Livigno war endlich auch ein geeignetes für Ausdauersportler mit vielen verschiedenen Müslis! :-) So lässt es sich in den Tag starten! Die ersten Meter der 3. Etappe führten und entlang des Lago di Livigno. Sehr sehenswert! Danach, wer hätte es gedacht, ging es wieder mächtig bergauf! Aber dafür hatten wir ja ordentlich gefrühstückt! :-) Hoch oben auf 2285 m ü. M. hatten wir unsere erste Schneepassage! :-)
Schneepassage auf dem Passo di Valle Alpisella (2285 m ü. M.)
Die Hochebene nach dem Schneepass war ebenfalls wieder eine Augenweide und wir flogen geradezu weiter hinauf. :-)
Nach kurzer Abfahrt weiter bergauf nach Val Mora (2234 m ü. M.)
Auf der steilen Abfahrt von ca. 2300 m. ü.M. auf 1300 m. ü.M. die mir im speziellen so viel Spaß bereitet verpassten Susanne, Micha und ich leider einen Abzweig und wir verloren unsere Gefährten Frank und Piehli. Dank Handy und Navi fanden wir aber zum Glück wieder zueinander und stärkten uns ein weiteres mal mit guten italienischen Spagettis.
Im Anschluss stand uns die längste Steigungsstrecke bevor von fast 1300 Höhenmetern am Stück, bis hinauf zu Sesvenna-Hütte. Einige dieser Höhenmetern waren auch für mich nur schiebend zurückzulegen. Der Weg führte uns vorbei an sprudelnden Bergbächen und Wasserfällen.
Willkommene Abkühlung bei diesem schweißtreibendem Anstieg
Wasserfall unterhalb der Sesvenna-Hütte
Auf der Hütte erwartete uns ein reichhaltiges und sehr leckeres Vier-Gänge-Menü, sowie ein Schlafplatz im Zimmer der 27 Zwerge! ;-)
Schlafzimmer der 27 Zwerge in der Sesvenna-Hütte (2258 m ü.M.)
Nach dem zünftigen Hüttenfrühstück auf der Sesvenna-Hütte machten wir uns auf den Weg zur größten Herausforderung dieser Tour von Piehli. Es ging zur Uinaschlucht. In dieser ist in luftiger Höhe ein schmaler Weg in den Fels gesprengt, auf dem seit 400 Jahren Jungvieh auf die Sommerweiden getrieben wird. Da Piehli Höhenangst hat trieb ihm nur der Gedanke daran den Angstschweiß auf die Stirn. Aber er hat diese harte Prüfung gut gemeistert und er wird sich die atemberaubende Aussicht auf Video ansehen können, die Frank und Susanne gedreht haben.
Uinaschlucht: Fahren verboten!
Nach der spektakulären Schlucht ging es auf Schotterwegen durch den Wald weiter bergab. Das machte Laune! :-) Vor der Mittagspause ging es aber auch wieder hinauf auf 1634 m ü.M. Mittag gab es in Guarda einem der schönsten Orte Europas. Die Häuser sind schön verziert. Wirklich sehr hübsch. (Fotos muss ich nachreichen.) Bei der anschließenden Abfahrt verpasste ich einen Abzweig und Frank musste mich per sms zurück pfeifen. Das bescherte den anderen 15 Minuten Pause und mir zusätzliche 130 Höhenmeter. :o)
Auf einem schmalen Waldweg begegnete uns ein Traktor, der Frank eben mal über den Fuß fuhr, als er uns passierte. Zum Glück ist der Fuß heil geblieben.
Die letzten Kilometer legten wir im Mannschaftszeitfahren auf der Bundesstraße zurück, um den Zug nach Davos nicht zu verpassen. Wir hatten noch Zeit uns einen Kaffee für den Zug-Transfer zu kaufen und genossen diesen bei einer außergewöhnlichen Zugfahrt. Es ist schon beeindruckend welche enormen Höhenunterschiede die Rhätische Bahn überwindet. Unser Hotel in Davos lag nur wenige Hundert Meter vom Bahnhof entfernt, allerdings einige Meter höher, was noch mal richtig weh tat. Als sehr geeignete Insektenabwehr erwiesen sich unsere Radschuhe, die wir zum lüften auf die Fensterbank stellten. Über Nacht stellten wir sie, aus Angst vor einem Erstickungstod, dann aber doch lieber raus auf den Flur. :-)
Die letzte Etappe begann fürstlich mit einem Frühstück was kaum Wünsche offen lies. Ein gutes, reichhaltiges Frühstück war aber auch Voraussetzung um diese „Königsetappe“ zu überstehen. :o) Denn...
Und das bedeutete konkret 800 Höhenmeter auf die Schatzalp (2360 m ü.M.). Leider war uns Petrus am letzten Tag nicht mehr ganz so treu und sorgte für diesige Aussichten auf der Schatzalp. Erst als wir wieder bergab fuhren bzw. schoben, klarte es auf und wir sahen, was wir oben verpasst hatten. Unser letztes Mittagessen auf unserer Tour war genau wie das Frühstück göttlich. Ein drei Gänge Menü mit sehr zuvorkommender Bedienung und lustiger Wasser Karaffe!
Optimal gestärkt ging es hinauf zur Hörnlihütte, wo die Sicht wieder besser war.
Auf dem Weg zu unserem Tourgipfel schlug ich mir bei einem Sturz noch das Knie auf und versuchte dann mit dem Blut den anderen eine Nachricht zu schreiben. Für „Ich war hier, Benny“ reichte es leider nicht ganz.
Zum Tourabschluss ging es dann noch mal richtig bergab, von 2511 runter auf 590 m ü.M. Das war noch ne Gaudi!!! :o) Leider auch noch mit einer Reifenpanne, aber bei der einen ist es die ganze Tour über geblieben und so können wir uns nicht beschweren! :-) Nach der kraftraubenden Königsetappe waren wir dann auch sehr froh gesund und erschöpft wieder in Chur angekommen zu sein.
Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei!!!
Hier gibt es noch ein paar mehr Fotos.
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 11. August 2009 um 11:50 Uhr |













