| „U40 Party auf Big Island“... |
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| Geschrieben von: Daniel |
| Dienstag, 19. Mai 2009 um 22:05 Uhr |
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„U40 Party auf Big Island“... liebe Leserinnen und Leser, Mit den nachfolgenden Zeilen möchte ich Sie mit einigen ganz persönlichen Eindrücken von meiner ersten und gewiss nicht letzten Teilnahme am legendären Ironman auf Hawaii unterhalten. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim lesen. Für Ihre Anfragen und Anregungen stehe ich Ihnen gerne per Email zur Verfügung. Ihr Benjamin Rossmann ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. ) Kapitel I: Von einer „Ironman-Anreise“ mit wahren Hungerästen... Schon mein Hinflug nach Hawaii kam einem richtigen Ironman gleich. So erkannte ich gleich am Start in Frankfurt meine Reisegruppe und spätere Konkurrenz – darunter bekannte Gesichter wie Nicole Leder, Timo Bracht, Steffen Liebetrau, Meike Krebs und einige andere. Nachdem wir alle gemeinsam den großen Teich überquert hatten (zum Glück musste ich nicht wirklich schwimmen), kam es bereits nach diesem „ersten Split“ in Chicago auf Grund einer verzögerten Gepäckumladung zu ersten hektischen Momenten. Um nicht in der Folge unseren zweiten Anschlussflug – sozusagen an „T2“ - in San Francisco zu verpassen, musste unsere geplante „Verpflegung“ in Chicago leider ausfallen. Da bekanntlich auf allen „Inlandstrecken“ der USA kein Essen gereicht wird, kamen wir schließlich am Mittwoch den 1.Oktober nach zwei weiteren, jeweils mehr als fünfstündigen, „Splits“ ohne jedwede Nahrungsaufnahme völlig ausgehungert an unserem Ziel in Kailua an. Insgesamt waren wir somit ab Frankfurt fast 24h ununterbrochen unterwegs. So lange würden die Zeitnehmer beim „wahren Ironman“ sicherlich nicht auf uns warten... Einen Flughafen wie in Kailua sieht man indes auch nicht alle Tage. Während andere Flughäfen in der Regel mit Hightech und mehrstöckigen Terminals aufwarten, besticht der Flughafen von Kailua lediglich durch ein paar beschauliche Bambushütten. Nachdem wir vor Ort von unserem Reiseveranstalter „Hannes-Hawaii-Tours“mit Blumenketten, Sandwiches und Getränken empfangen wurden, ging es in unser Hotel "Kona by the sea", wo ich gemeinsam mit meiner Freundin Lilli und einem weiteren Pärchen (Georg und Ingrid) ein 4er-Appartement bezog. Die gut ausgestattete Küche bot uns ideale Möglichkeiten, um uns in den kommenden zwei Wochen selbst zu verpflegen. Durch die 12-stündige Zeitverschiebung hatten wir die Reise quasi innerhalb eines Tages geschafft und konnten am Abend direkt ins Bett, sodass wir uns am nächsten Morgen fast schon auf die hawaiianische Ortszeit umgestellt hatten. Kapitel II: Von Delphinen und anderen „glänzenden Trainingspartnern“... Am ersten Morgen montierten wir direkt unsere Räder und nahmen an einer organisierten Radtour auf der Wettkampfstrecke teil. Infolge der stressigen „Ironman-Anreise“ und zum Zwecke der Akklimatisierung beschränkten wir uns vorerst auf eine 75 km lange Tour. Mein erster Eindruck von Hawaii entsprach in großen Teilen den Geschichten, die ich zuvor über dieses Land erfahren habe. Die Sonne brannte erbarmungslos, eine warme steife Brise wehte uns entgegen und wenn wir nicht in einer großen Gruppe gefahren wären, hätten ich mich sicher ziemlich einsam und verlassen gefühlt, ein Gefühl, dass ich später dann doch noch näher erleben sollte... Die kommenden Vorwettkampftage standen ganz im Zeichen heldenhafter Imponiergebärden. Sei es beim Schwimmen am Pier, beim Laufen auf dem Alii Drive oder beim Radfahren auf raumschiffähnlichen Gebilden. Überall versuchte der „gemeine Ironman“ mit entblößt gestähltem Oberkörper die Blicke der Konkurrenten auf sich zu ziehen. Ja, es lag schon eine knisternde Spannung in der Luft, die mit jedem Tag um einige Volt an Intensität zuzunehmen schien. Die wahren Helden meiner Vorwettkampftage lernte ich jedoch im Rahmen einer meiner Schwimmeinheiten im glasklaren Pazifik kennen, als ich plötzlich unter mir einen Schwarm Delfine erblickte. Da das Schwimmen nicht gerade zu meiner stärksten Disziplin zählt, versuchte ich diese einmalige Trainingschance am Schopfe bzw. an der Flosse zu packen und mich den „H2O-Cracks“ anzuschließen. Mein kläglicher Versuch konnte angesichts ihrer Überlegenheit natürlich nur scheitern. Im Gegensatz zu meinen menschlichen Konkurrenten hatten die Delphine jedoch gar nicht die Absicht sich von mir zu entfernen. Vielmehr hatte ich fast den Eindruck als suchten sie meine Nähe. So kam ich zeitweise in den Genuss keine zwei Armlängen neben meinen Idolen zu schwimmen und sie genau zu betrachten. Mein Versuch Sie auch noch anzufassen ging dann aber auch diesen zutraulichen „Helden des Meeres“ zu weit und Sie entschieden sich ihr kurzzeitiges „Badewannengeplansche mit der Schwimmente Rossmann“ zu beenden. Wenn ich doch nur so schwimmen könnte wie sie... Kapitel III: „Ross-Mann“ wird „Iron-Woman 2008“... Meine Akklimatisierung und Vorbereitung für den Wettkampf verlief nicht zuletzt dank solch freudiger Erlebnisse wie zuvor beschrieben ausgesprochen gut. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl für meinen großen Tag X. Am Tag zuvor brachten wir die Räder und alles weitere Zubehör in die Wechselzone. Dabei stellte ich erst einmal fest, dass mein Lenker etwas locker saß. Natürlich hatte ich ausgerechnet diesmal mein Multitool vergessen, war aber der Meinung in der Wechselzone würde es einen Bike-Service geben. Als ich die Fahrrad- und Helmkontrolle bereits durchlaufen hatte, wurde ich darüber unterrichtet, dass es den Bike-Service erst wieder am Wettkampftag geben würde. Also musste ich mit meinem Rad noch mal zurück und ging zu dem Bike-Service im offiziellen Ironman-Store. Ich habe noch nie so viel für das Anziehen von ca. fünf Inbus-Schrauben bezahlt. 10 Dollar!!! Aber egal! Jetzt war alles fertig für den Check-In. Am späten Nachmittag ging es dann auf die Pasta-Party von Hannes Hawaii Tours, um ein letztes Mal (nach der Erdinger-Party und der Pasta-Party vom Veranstalter) die Kohlenhydratspeicher aufzufüllen. Man musste mich schier nach Hause rollen, soviel hatte ich gegessen! Die Nacht vor dem Wettkampf war kurz. Bereits um vier rappelte der Wecker. Trotzdem hatte ich ganz gut geschlafen. Gefrühstückt wurden dann die üblichen Butterbrote mit viel Honig - echtem hawaiianischem Honig, den ich am Vortag noch auf dem nah gelegenen Markt gekauft hatte. Köstlich!!! Mit vollen Trinkflaschen ging es dann per Shuttle zum Pier. Dort herrschte natürlich schon reges und mit unter hektisches Treiben. Hier und da platzte mal ein Reifen, aber ich ließ mich erstaunlicherweise nicht aus der Ruhe bringen. Als es dann endlich ins Wasser ging hatte ich die Hosen aber doch irgendwie voll und mir wurde bewusst – jetzt geht’s los und ab jetzt zählt es!!! Ich wünschte meinem Teamkollegen Faris al Sultan (Team-Erdinger Alkoholfrei) noch schnell alles Gute und dann ab ins Wasser. Trotz des deutlich kleineren Starterfeldes gegenüber den Altersklassenathleten ging es bei den Pro´s verdammt eng her. Von gemütlichem Schwimmen konnte im Gegensatz zu meiner „Delphinrunde“ nun mehr keine Rede sein. Es dauerte auch nicht lange, da hatte ich den ersten Fuß im Auge und Wasser in der Brille. Ab da war ich der Einäugige! Na ja, es gibt schlimmeres. Schlimmer war indes, dass die Gruppe, der ich mich annähernd die gesamte Strecke angeschlossen hatte, aus genauso wenig schwimmfähigen Badewannenenten bestand wie ich selbst eine bin! Große Bögen zwischen jeder Boje kosteten uns enorm viel Zeit und Kraft. Dass die Schwimmzeit dann schließlich so unterirdisch geworden ist, hätte ich aber im Traum nicht gedacht! Meine Schwimmentenleistung war dann wohl auch der Grund dafür, dass ich in der ersten Wechselzone das erste Mal in meiner Triathlonkarriere ohne Radhelm mit dem Rad aus der Wechselzone gelaufen bin. Zum Glück hatte diese geistige Umnachtung keine Penalty zur Folge, sondern lediglich einen längeren Radsplit als geplant. Die ersten Kilometer auf dem Rad brauchte ich dann auch erst mal mich zu sammeln. Meine Moral war leider schon ziemlich tief gesunken und ich glaubte nicht mehr an einen zufrieden stellenden Wettkampf. Allmählich lief es dann recht gut und ich kämpfte mich Platzierung um Platzierung nach vorne. Es wurde aber zusehends einsamer auf dem schier endlosen Highway. Da war sie, die Einsamkeit. Auf der langen Steigung nach Hawi hoch kam mir dann bei ordentlichem Gegenwind die Spitzengruppe entgegen und ich versuchte mir ein Bild von der aktuellen Situation zu machen. Ich war aber schnell wieder bei „meinem“ Wettkampf und konnte mich über Rückenwind auf der Abfahrt von Hawi freuen. Mit 5:01h für den Radsplit war ich dann auch nicht richtig zufrieden, aber besser als das Schwimmen war es allemal. Und dann war da ja noch das Laufen, was ich ganz gut kann! Mit einem kleinen „Dixistop“ war der Aufenthalt in der T2 zwar ein wenig länger, aber das war dann auch der einzige im gesamten Wettkampf!!! Ein Indiz dafür, wie viel Flüssigkeit man bei solch einem Wettkampf ausschwitzt!! Ich kam sehr schnell in einen runden Schritt und konnte den ersten Abschnitt noch richtig „genießen“. Die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme klappte durch die sehr langen Verpflegungsstellen einwandfrei (im Gegensatz zum Hinflug). Mit zunehmender Streckenlänge tat jeder Schritt natürlich mehr weh und ich kämpfte mich nur noch von einer zur nächsten Verpflegung. Sämtliche Energiespeicher waren schon lange leer und ich lebte nur noch von der Hand in den Mund! Energie in Form von Cola, Gatorade und Gel. Langsam aber sicher ersehnte ich mir das Ziel herbei. Besonders die Strecke auf dem Highway zum Energy Lab erschien mir unendlich lang! Als ich jedoch von weitem vor mir den Helikopter und das Kameramotorrad sah, hatte ich ein neues Ziel gefunden: Ich wollte auf keinen Fall zweite Frau werden und nahm die Beine in die Hand um Chrissie Wellington – die spätere Ironwoman 2008 – zu jagen! Ich kam ihr immer näher und am Ende des Energy Labs war ich bis auf ca. 50 Meter an ihr dran. Aber was war das! Plötzlich merkte ich, wie ich keine Kraft mehr hatte und die nächste Verpflegung war noch einige hundert Meter entfernt. Ich fiel bis auf ca. 150 m zurück und hatte mich in meinem Bestreben erste Frau zu werden schon fast aufgegeben. Aber zu meinem Glück schaffte ich es dank eines erneuten Cola-Dopings mein Tempo wieder zu beschleunigen. Ca. 3 Meilen vor dem Ziel hatte ich sie dann eingeholt und meine Freunde in Deutschland erkannten meinen prägnanten Laufstil sofort, als ich hinter ihr auftauchte und dann längere Zeit auf den Fernsehkanälen der Welt zu sehen war!! Dummerweise hatten die Kameras danach nur noch “Augen“ für Chrissie, sodass mein Zieleinlauf leider nicht mehr live zu sehen war. Dennoch war ich überglücklich und zufrieden, die Ziellinie auf Hawaii überschritten zu haben. Danach war dann auch Ende! Ich war noch nie so froh gewesen endlich im Ziel zu sein. Ich konnte kaum noch stehen und wurde von einer netten Dame zur Massage geleitet. Leider war dies dann auch noch ein ziemlich weiter Weg, den ich aber schlussendlich auch noch geschafft habe. Abschließend war der Ironman auf Hawaii selbstverständlich mein geilster, wenn auch nicht unbedingt bester Wettkampf, den ich je gemacht habe. Aber dafür gibt es ja ein nächstes Mal. :-) |
| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 19. Mai 2009 um 22:38 Uhr |













